Rainer-Rebhan

Der SPEEDSTER Motor

Typ1 Motor mit 40 IDF Doppelvergaser (DV)

Grund-Einstellungen der DV-Anlage

Die Justage einer DV-Anlage setzt richtig eingestellt Ventile und eine genau eingestellt Zündung voraus. Genau bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Ventile unbedingt diesen 0,15 mm Luftspalt haben. Eine leicht grösserer Spalt (hin zu 0,2) ist eher unschädlich, führt jedoch u.U. zu einem Leistungsverlust. Die Genauigkeit der Zündungseinstellung bei 7,5 ° vor OT sollte für die Justage der DV-Anlage möglichst genau sein, da die Justage der DV-Anlage ausschließlich im Leerlauf stattfindet. Eine geringe Abweichtung des OT hin zu einer geringeren Frühzündung, hatte bei meinen Versuchen keinen großen Einfluß, mehr Frühzündung jedoch erhöht die Leerlaufdrehzahl um bis zu 500 U/min. Der Grad der Frühzündung hat später Einfluß auf den Durchzug des Motor beim Beschleinigen und sollte zunächst nicht über die 7,5° im Leerlauf hinausgehen.
Also:
Vertilspiel Stößelstangen Serie: Ein- + AuslassVentil 0,15
Zündanlage und Zünd-Zeitpkt. bei Verteiler 009: 7,5 ° vor OT

Den Leerlauf einstellen

Die Leerlaufgemisch-Einstellschrauben (idle mixture screw = größere Schrauben mit innenliegender Feder (*) an allen 4 Vergasern bis zum Anschlag hineindrehen (vorsichtig, damit die Spitze nicht verletzt wird) und wieder 3 Umdrehungen herausdrehen - das ist die Grundeinstellung. Bei einer neuen oder total verstellten Vergaseranlage immer mit dieser Grundeinstellung beginnen.
* und nicht die kleineren daneben, mit einer Mutter gekonterten, Schrauben verstellen
Entfernen aller Luftfilter.
Das Gasgestänge an allen Vergaser aushängen.

Die beiden Leerlauf-Drehzahlschrauben (idle speed screw), auch mit einer Feder, am linken und rechten Vergaser jeweils soweit hineindrehen, daß sie den Drosselklappenhebel gerade berührt (den Spalt kann man mit einem Stück Papier überprüfen). Die Drosselklappen (DK) sind nun komplett geschlossen. Von dieser Position aus die Schauben noch 1 volle Umdrehung weiterdrehen (= damit den Leerlauf auf beiden Seiten erhöhen) Den Motor starten - falls der Motor mit dieser Einstellung nicht läuft, die Leerlauf-Drehzahlschrauben auf beiden Seiten jeweils in ¼-Umdrehungsschritten weiter drehen, bis der Motor anspringt und ein stabiler Leerlauf bei max. 1.500 U/min erreicht wird. Der Motor sollte in jeden Fall mit dieser Einstellung, bei max.1 ½-Umdrehung vom Anschlag, anspringen und laufen.

Leerlauf Gemisch Schrauben

Der Motor läuft - wenn auch unruhig. Beim Zylinder 2 (vorne rechts) beginnend, die Leerlaufgemisch-Einstellschraube langsam soweit hineindrehen, bis dieser Zylinder in der Drehzahl deutlich abfällt. D.h. die Einstellschraube mit Gefühl und langsam in kleinen Schritten hineindrehen und immer erst auf die Reaktion (Drehzahlabfall) des Zylinders warten. Danach diese wieder in ¼-Umdrehungsschritten herausdrehen, bis sich keine Drehzahlerhöhung mehr einstellt und dann noch eine weitere ½-Umdrehung hinzugeben. Diese Vorgehensweise beim Zylinder 4 (vorne links) wiederholen, anschließend bei dem Zylinder 1 und beim Zylinder 3. Ist die Drehzahl nun zu hoch - über die Leerlauf-Drehzahlschrauben die Drehzahl wieder runterdrehen. Das sollte wechselweise am linken und am rechten DV in kleinen Schritten erfolgen. Dann die Prozedur über die Leerlauf-gemischschrauben wiederholen (beginnend bei Zylinder 2 , dann 4, 1, 3), bis sich keine Verbesserung des Leerlaufs bei 900 - 1000 U/min mehr ergibt. Damit die Grundeinstellung der Vergaser eigentlich beendet. Eine bessere Synchronisation erreicht man "mit dem Gehör" nicht. Zur genauen Abstimmung werden Synchrometer (für den Lufdurchsatz) und eine CO-Messgerät benötigt. Genaueres hierzu steht in meiner Dokumentation.

Einfluß des Leerlaufsystems und der DK auf den Leerlauf

Das Leerlaufsystem im Vergaser ist eine Umgehung der Drosselklappe (DK) und damit des Hauptdüsensystems (HDS). Beim langsamen Öffnen der DK wird das HDS nicht aktiviert und hat keinen Einfluß auf den Leerlauf. Es ist bei der Grundeinstellung im Leerlauf wichtig, dass der DK-Spalt beider Vergaser sehr klein und vor allem gleichmäßig ist, damit der Einfluß des Leerlaufsystems, d.h. die Einstellung der Leerlauf-Gemischschraube, auf den jeweiligen Zylinder deutlich spürbar ist.

Alle 4 Zyl. im Leerlauf - Kontrolle mittels Zündung

Zur Kontrolle, kann man am Verteiler das Kabel des jeweiligen Zylinders abziehen. Der Drehzahlabfall muß bei allen Zylindern etwa gleich sein. Falls das nicht der Fall ist sollte folgendes kontrolliert werden: - Die Zündkerzen (möglichst neu) müssen in Ordnung sein und alle den gleichen Elektrodenabstand haben - Zünd- und Verteilerkappenstecker müssen alle denselben Widerstand haben - die Zündkabel müssen i.O. sein Während der Einstellarbeiten dürfen die Kerzen sich nicht zusetzen. Die Abhilfe wäre: Zündkabel am Verteiler abziehen und dann regelmäßig wieder dem Verteileranschluß nähern, bis Funken überspringen.

DV-Einstellung beenden

Die Luftfilter wieder aufsetzen und zum letzten mal die Leerlaufdrehzahl korrigieren. Sie sollte zwischen 900-1000 U/min liegen. Ist sie zu niedrig, so kann das zu Auspuffknallen und einer schlechten Gasannahme führen. Gasgestänge wieder einhängen, dabei darf es zu keiner Veränderung der Leerlaufdrehzahl kommen. Das Gestänge muß auf beiden Seiten gleichzeitig und gleichmäßig die Drosselklappen bewegen. Außerdem muß der Motor absolut gleichmäßig beim Gasbetätigen hochdrehen. Hinweis: In der Vollgasstellung sollten die Drosselklappen nicht auf Anschlag gehen, um die DK-Lagerung nicht zu sehr zu verschleißen.

Einfluß der Düsen im Vergaser

Das Leerlaufsystem (mit der Leerlaufdüse und fester Gemischbildung) bestimmt das Fahrverhalten nicht nur im Leerlauf, sondern auch bei allen Schaltvorgängen sowie generell bei allen Lastzuständen bis zu einer Drehzahl von ca. 2.500 U/min. Erst danach bestimmt das Hauptdüsensystem im Mischrohr die Gemischbildung und erst ab ~5.000 U/min kommen die Luftkorrekturdüsen (im Mischrohr) zum Einsatz. Nimmt der Motor im unteren Drehzahlbereich schlecht Gas an, ist die Größe der Leerlaufdüsen zu klein. Die Leerlaufdüse sollte beim 1,6L-Motor die Größe 50 (0.50) oder 52 haben, beim 1,8L 52 oder 55 und ab 2L die Größe 55. Außerdem kann man über ein Verdrehen der Muttern am Einspritzhebel die Einspritzmenge erhöhen. Nimmt der Motor ab einer Drehzahl von 3.000 U/min schlecht Gas an (zu mager) bzw. qualmt er (zu fett), so sind die Hauptdüsen zu korrigieren. Der Grund-CO-Gehalt wird unter Last bei einer Drehzahl von 4.000 U/min eingestellt und sollte ~3,5 Vol.% CO enthalten. Tritt ab 6.000 U/min ein zu starker CO-Abfall ein, so sind die Luftkorrekturdüsen kleiner zu wählen. Leider ist die Messung des CO- Gehalt nicht ohnen spezielle Meßgeräte möglich. Bei einer professionellen Abstimmung der DV ist diese Messung standard. Werkseinstellung der Düsen im 40 IDF

Lufttrichter Leerlaufdüse Mischrohr Hauptdüse Luftkorr.Düse
28 50 F11 115 200
Die Beschl.-Pumpendüse wird mit 50 angegeben
Vorschlag der Düsen im 40 IDF für einenTyp1 Motor mit ca. 1800 ccm

Lufttrichter Leerlaufdüse Mischrohr Hauptdüse Luftkorr.Düse
28 52-55 F11 130-145 210-220
Die Beschl.-Pumpendüse wird nicht geändert
Ein sehr viel genauere Beschreibung der DV-Anlage 40 IDF finden sie in meiner Speedster-Dokumentation. Ich gehe da detailiert auf den Einfluß der Vergaser-Düsen und auf die Synchronisation der Vergaser ein.

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zur Einstellung der Ventile und der Zündung : Ventile und Zündung

Weitere allg. Infos zu Nachbauten unter Oldtimer-Repliken


Hier zur Dokumentation des Speedster-Nachbaus Speedster-Replika

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